Vom Lehrling zum Chef?

Die Meinungen gehen auseinander. Sind die Karrierechancen für Lernende tatsächlich intakt?

Auch in Grossfirmen möglich!

In der Statistik von Grossfirmen sieht es gut aus. Gemäss Recherche der „Nordwestschweiz“ in den 200 grössten Firmen sind 100 ehemalige Lernende in der Chefetage. Je internationaler und grösser die Firma, desto weniger sind es allerdings.
Das ist für mich nicht verwunderlich, denn in diesem Umfeld sind die Chef-Kollegen allesamt aus internationalen Elite-Unis und kennen unser duales Berufsbildungssystem kaum oder gar nicht.
Mehr dazu in diesem Artikel: http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/vom-stift-zum-chef-welcher-top-ceo-hat-eine-lehre-gemacht-128210815

Der Artikel geht allerdings am Kernthema vorbei! Die Lehre ist in der Breite ein zentrales Erfolgsinstrument der Schweizer Wirtschaft. Was ich damit meine ist, dass dieselbe Statistik in KMU’s ganz anders aussehen würde. Leider fehlen die Zahlen dazu – aber ich weiss aus Erfahrung und gehe jede Wette ein:

Lernende sind die Zukunft der KMU
Der Anteil Mitglieder in den Geschäftsleitungen der KMU, welche eine Lehre mit anschliessender Weiterbildung gemacht haben, ist massiv höher als 50%. Und genauso bei den Selbständigen.
Darin sehe ich das Rückenmark unserer Volkswirtschaft (über 90 % KMU welche über 60% der Arbeitsplätze stellen). Denn diese Unternehmen setzen in den meisten Fällen durch praktische Kompetenz intellektuelle Erfindungen und Innovationen um. Ganz interessant nimmt dies auch Rudolf Strahm in seinem neusten Buch auf.

Nehmen wir also das Total der Firmen in der Schweiz und beantworten die Titelfrage, kann es nur eine Antwort geben: Ja!

Und zwar mehr denn je, denn im Vergleich zu früher, haben auch Familienunternehmen oft Nachfolgeprobleme (Erstens weil Sie weniger Kinder haben und zweitens, weil oft sogar ihre studierten Kinder nicht in die Stapfen der Eltern treten wollen. Mehr dazu hier) und sind in vielen Fällen offen, die Leitung der Firma an Externe zu vergeben. Das sind Riesenchancen für Jugendliche und deren Familien aus allen Einkommensklassen, Bildungsniveaus und Herkünften. Denn für diese Firmen sind ehemalige und externe Top-Uni-Absolventen ganz selten die ideale Besetzung (Stichwort: Firmenkultur, interne Anerkennung, Marktkenntnisse).
Packen wir’s also an. Fördern wir die Berufsbildung und transportieren dieses Bild zu den Jugendlichen, damit auch sie wissen, dass sich eine Lehre lohnt!

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