Von Algorithmen und Eignungschecks

Sind Algorithmen die besseren Recruiter? Können «Maschinen» oder können wir dank «Machine Learning» die Zusammenführung des geeigneten Mitarbeiters zur richtigen Stelle in der richtigen Firma wesentlich verbessern?

Der Trend ist jedenfalls eindeutig. Eine Unmenge solcher Lösungen drängen auf den Markt und werden – das ist meine Vorhersage – einen relevanten Marktanteil gewinnen.

Wie immer interessiert mich im Besonderen der Jugendmarkt. Dort hat sich über viele Jahre eine «Testkultur» etabliert. Was es mit dieser Kultur auf sich hat, lesen Sie in meinem HR Today Blog.

schnuppern

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Fehlt Jungen der Mut zum Unternehmertum?

Laut dem aktuellen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) können sich nur 3 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in der Schweiz vorstellen, eine eigene Firma zu gründen. 

Diese Zahl ist laut der Studie in zweierlei Hinsicht tief:

  • Erstens: 7,3 Prozent der Schweizer gründen irgendwann ihre eigene Firma. Die Gründer sind vorwiegend männlich und zwischen 35 und 44 Jahre alt.
  • Zweitens: Spitzennationen wie Kanada, USA oder Australien haben Quoten von deutlich über 10 Prozent.

Warum ich dafür plädiere, lesen Sie in meinem HR Today Blogschnuppern

Leere Lehrstellen – das Passungsproblem

Mich beschäftigt zurzeit ein Thema stark und ich wundere mich, dass weder die Medien noch die Öffentlichkeit es öfter aufgreifen.

Mit dem Risiko, dass mein heutiger Beitrag nur die Leute anspricht, die sich vertieft mit dem Thema Jugend und Arbeitsmarkt beschäftigen, möchte ich das aktuelle «Passungsproblem» etwas näher durchleuchten. Denn es ist zentral. Zentral für die Jugend und die Eltern. Zentral für den Arbeitsmarkt in der Schweiz.

Wovon ich rede erfahren Sie in meinem HR Today Blogschnuppern

Schnuppertage – kein Auslaufmodell

Ohne Schnuppern kann man keine vernünftige Job-Entscheidung treffen – so meine heutige Behauptung. Dies gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.

Natürlich lernt man sich in einem Bewerbungsgespräch persönlich kennen, man hat die Qualifikationen vor Augen und beide versprechen sich gegenseitig das Blaue vom Himmel: So ist der Arbeitnehmer stets belastbar, aufnahmefähig und effizient und der Arbeitgeber verspricht immer abwechslungsreiche Aufgaben, gute Aufstiegsmöglichkeiten und einen ausserordentlichen Teamzusammenhalt. Doch sollte man sich wirklich darauf verlassen? Ich meine nein!

Im HR Today Blog finden Sie meine gesamte Argumentation. schnuppern

Kampf den Stellenanzeigen!

Zum Start ins 2016 wage ich mal was: Ich plädiere für die konsequente Abschaffung von Stellen-Inseraten. Und zwar offline wie online!

Entstanden ist das Inserat in einer Zeit, wo Firmen Mitarbeitende ausschliesslich selektionieren mussten. Die Checkliste der Erwartungshaltung an die Kandidaten mit einem Logo sowie zwei Zeilen Firmeninformationen, die sich mehr gleichen als ein Ei dem anderen, ist veraltet und entspricht nicht mehr den heutigen Erwartungen.

Was sind sonst noch die Mängel oder Schwächen eines klassischen Inserates?

Eine vollständige Aufstellung zeige ich meinem HR Today Blogflughafenbild_webseite

Lehre besser als Uni-Abschluss?

Zwei Drittel aller Jugendlichen oder rund 66’000 junge Leute wählen in der Schweiz jährlich eine Lehrstelle. Fast 5000 haben beim Lernendenbarometer von yousty.ch ihre Meinung zur Zufriedenheit in der Lehre geäussert. Noch nie war eine Studie in diesem Bereich so repräsentativ.

Aber was lernen Firmen und HR-Verantwortliche oder auch Eltern und Lehrer aus den Resultaten?

Die wichtigsten Ergebnisse zeige ich auf meinem HR Today Blog auf. faktoren

Von der Lehre zum Studium | Yousty-Talk mit Silvan Melchior

Die Berufsbildung beschäftigt die Schweiz – insbesondere in Anbetracht der Fachkräftemangeldiskussion. Es ist mir daher ein grosses Anliegen, in diesem Bereich unterwegs zu sein und mich mit interessierten und engagierten Menschen auszutauschen. Ich erlaube mir, diese Interviews und Gespräche zu veröffentlichen, da sie spannende Einblicke in den Bereich “Berufsbildung” gewähren.

Dieser Yousty-Talk wurde am 28. Oktober 2015 mit Herrn Silvan Melchior, ehemaliger Lernender „Elektroniker EFZ“ beim Paul Scherrer Institut PSI und Weltmeister 2013, durchgeführt.

Silvan Melchior an den Berufsweltmeisterschaften 2013
Silvan Melchior ganz in seinem Element an den Berufsweltmeisterschaften in Leipzig 2013

Herr Melchior, können Sie sich zu Beginn kurz selbst vorstellen?

Mein Name ist Silvan Melchior. Ich bin zurzeit 22 und habe im Jahr 2013 meine Lehre als Elektroniker EFZ abgeschlossen, welche ich am Paul Scherrer Institut absolviert hatte.

Wie alt waren Sie, als Sie wussten, Sie wollen Elektroniker werden?

Meine Entscheidung für einen technischen Beruf fiel schon sehr früh, da ich bereits im Kindergarten mit der Elektronik in Kontakt kam und von ihr begeistert war. Dass die richtige Wahl dann schlussendlich Elektroniker ist, stellte sich nach mehreren Schnupperlehren heraus.

Wie lief die ganze Stellensuche ab?

Durch einen Informationsanlass wurde ich auf das PSI aufmerksam und erkundigte mich näher über den Betrieb. Ich bewarb mich für eine Schnupperlehre und stellte fest, dass mich das Forschungsumfeld ansprach. Somit bewarb ich mich für eine Lehrstelle und bekam diese dann auch. Selbstverständlich habe ich mich auch bei anderen Betrieben beworben, welche mich interessiert hatten, allerdings habe ich nach der Zusage vom PSI meine Bewerbungen wieder zurück gezogen.

Was zeichnet die Elektroniker-Lehre aus?

Die Elektroniker-Lehre erlaubt einem einen tiefen, praxisorientierten Einblick in die riesige Welt der Elektronik. Sie bildet eine gute Grundlage für ein Studium in diesem Bereich und richtet sich an Lernende, welche gerne genau arbeiten, Freude am Detail haben und die moderne Technik verstehen möchten.

Was war das Beste und das Schlechteste in Ihrer Lehrzeit?

Am wenigsten hat mir persönlich das mechanische Praktikum in der Werkstatt gefallen, wo das Augenmerk vor allem auf dem Feilen von Metallgegenständen lag, wofür ich mich nicht wirklich begeistern konnte.

Das Beste war sicherlich die Berufsweltmeisterschaft gegen Ende der Lehre, welche etwas absolut Einmaliges war und ich mich immer daran erinnern werde.

Warum sind Sie Ihrer Meinung nach in Leipzig schlussendlich Weltmeister geworden?

Das weiss ich ehrlich gesagt auch nicht so genau, aber laut den Resultaten konnte ich vor allem in der Programmieraufgabe die Konkurenz abhängen.

Was nehmen Sie mit aus dieser Zeit? Profitieren Sie heute noch von Ihren Erfahrungen aus der Lehre?

Die Praxiserfahrung aus der Lehre hilft mir noch heute, im Studium sehr theoretische Sachen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dazu kommen natürlich die vier Jahre Berufserfahung, welche mir bei der Stellensuche helfen. Und natürlich eine gewisse Stressresistenz, welche ich während der WM aufgebaut habe.

Was haben Sie heute für eine berufliche Tätigkeit? Was planen Sie für die Zukunft bezüglich Ihrer Karriere?

Ich studiere zurzeit an der ETH Informatik und möchte danach am liebsten in die Forschung zurück.

Was würden Sie heute anders machen in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Ehrlich gesagt gar nichts, glücklicherweise hat alles sehr gut geklappt.

Und abschliessend: Welchen Tipp geben Sie den heutigen Lehrstellensuchenden?

Sie sollen unbedingt eine oder gleich mehrere Schnupperlehren machen, um den Beruf näher kennenzulernen, in welchem man die nächsten paar Jahre zu Hause sein wird.